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Ein Wald aus Stahlelementen und horizontal schwebenden Stäben. Hindurch bewegen sich scheinbar schwerelos, transparente, schemenhafte Figuren aus Draht. Eine Komposition aus Geräuschen, sphärischen Klängen, von einem sehr ruhigen Herzschlag untermalt, versetzt die Stäbe in schwingende Bewegung. Die Geräusche suggerieren Ereignisse, teils ruhige Alltagssituationen, teils bedrohlich verstörende Momente. Der Herzschlag jedoch bleibt ruhig und verweigert sich der Angst vor dem Unbekannten.

Unwirklich erscheint die Situation, wie in einem Traum, in dem man gleichzeitig Beteiligter und Beobachter ist, emphatisch in beide Richtungen verbunden. Auf diese Weise eröffnet sich dem Betrachter die Möglichkeit der Teilhabe und das Mitempfinden eines angstfreien Raumes, in einer Zeit voller Angst. Angst vorm Alter, Einsamkeit, Altersarmut, Arbeitslosigkeit, vor Überfällen, Überfremdung, Krieg, zu versagen und Angst vor dem Tod. „Die Angst vor dem Tod ist die Angst vor dem Leben“, sagt der Tod in Wim Wenders „Palermo shooting“.

Je mehr wir besitzen, umso größer die Angst vor Verlust. Je größer die Vorsorge, umso größer das Bewusstsein dafür, was alles geschehen kann. Paradoxerweise resultiert daraus kein Wohlgefühl oder Gefühl der Sicherheit. Dieses stellt sich eher während sinnlicher Wahrnehmungen wie z. B. dem Hören von Musik, dem Blick auf stetig heranrauschende Wellen, dem Betrachten lodernder Flammen eines Feuers oder im Traum ein. Seltsam behütet fühlt es sich an, obwohl es nicht vorhersehbar ist. Es füllt uns ganz aus. Keine Angst.

Gebogene, aufrecht stehende Stahlelemente durchziehen den Raum. Jedes dieser großen Stahlelemente ist ein eigener Klangkörper. Tritt man an die Stahlelemente heran lassen sich die einzelnen Tonspuren an jedem Element unterschiedlich hören. Der Stahl ist dabei maßgeblich an der Klangart beteiligt. Er verzerrt die Komposition, fügt ihr ein metallisches, traumhaftes Rauschen hinzu.

Jedes dieser großen Stahlelemente trägt einen Edelstahlstab. Die rund drei Meter langen Stäbe sind so bearbeitet, dass sie trotz einseitiger Befestigung eine horizontale Linie bilden. Oxidierte Kupferröhren winden sich astgleich in die Höhe.

An ihren oberen Enden befinden sich elektronische Spulen, welche in ihrem Innern die an den Edelstäben befestigten Magnete aufnehmen. Durch elektrische Erregung werden die Edelstahlstäbe entsprechend der Impulse in Bewegung versetzt. Die großen Stahlelemente fungieren als Resonanzkörper und geben so die Schwingungen akustisch wieder. Das Hörbare wird sichtbar.

Die technische Umsetzung dieses Konzepts wurde durch den Wissenschafler Paul Stahr ermöglicht. Er baute einen Verstärker, der die tiefen Frequenzen übertragbar macht.

In Zusammenarbeit mit dem Musiker Hanno Jenkel entstand eine akustische Komposition aus Alltagsgeräusche wie Gesprächsfetzen, Straßengeräusche, Pferdegeklapper, die dieser untermalt von sphärischen Klängen zu einer Komposition verdichtete. Die Tonspuren der Komposition werden durch die einzeln angesteuerten Edelstahlstäbe optisch erkennbar. Während die Klangkomponenten auftauchen und wieder verflüchtigen, bleibt eine Konstante: ein stetiger Herzschlag.

Zwischen den Linien und Stahlformen schweben drei lebensgroße Drahtfiguren. Schemenhaft und kaum greifbar erscheinen ihre Umrisse. An dünnen Drahtschnüren aufgehängt und fein austariert, bewegen sich ihre Gliedmaßen meditativ langsam im Luftzug des Raumes als waten sie durch einen zeitlosen Traum.

Manchmal, wenn ich träume, kann ich fliegen

2016 | kinetische Klanginstallation | in Zusammenarbeit mit Paul Stahr und Hanno Jenkel

Abmessung

circa H 4,00 m | B 6,00 m

Material

Stahl, Edelstahl, Draht, Diabas, Ibbenbürener Sandstein, modifizierter Verstärker, Steuerungscomputer, Magnetspulen, Sand